Kapelle zum Hl. Herzen Jesu in Schlappenreuth

Als Dank für ihre glückliche Heimkehr beschlossen die Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges in ihrem Heimatort Schlappenreuth ein Gotteshaus zu errichten. Nach der Gründung des Kapellenbauvereins im Jahre 1921 machte man sich an die Planung des Baus, die dem Architekten H. Heinrich aus Nürnberg übertragen wurde. Der Beharrlichkeit der Schlappenreuther Bürger und des damaligen Stadtpfarrers von Scheßlitz, Wilhelm Spengler, gelang es in der Folge, kirchenrechtliche Bedenken des Generalvikariats der Erzdiözese Bamberg zu zerstreuen, so dass im April 1923 die Grundsteinlegung vorgenommen werden konnte.

In jenen Tagen trieb die Krise in Deutschland ihrem Höhepunkt zu. Die astronomischen Zahlen der Inflation erreichten im Herbst 1923 nicht mehr zu überbietende Höhen. Hunger und Arbeitslosigkeit bereiteten den Nährboden für das Entstehen radikaler politischer Strömungen (Hitlerputsch in München am 9. November 1923). Trotz allem war nach etwas mehr als 6 Monaten der Bau im November 1923 vollendet. Die Bauausführung oblag dem Maurermeister G. Seufferth aus Burgellern und dem Giecher Zimmermann Schuhmann. Schreinermeister G. Bäumel/Scheßlitz fertigte die hölzerne Empore und den Altartisch, die Altarwand entstammt dem Atelier des Bildhauers Stengel/Staffelstein. Die Glocke des neuen Gotteshauses läutete ehemals im Turm der im Jahr 1884 abgebrochenen alten Marienkapelle in Scheßlitz.

Ursprünglich nur Privatandachten vorbehalten, wurde die Kapelle auf Drängen der Ortsbewohner und nach eingehender Begutachtung durch Vertreter der Bamberger Kirchenbehörde letztlich auch für Gottesdienste freigegeben, die allerdings nur im Vierteljahresrhythmus stattfinden durften. Die kleine Kirche wurde dem Hl. Herzen Jesu geweiht (Patrozinium im Monat Juni). Die feierliche Weihe vollzog Stadtpfarrer Spengler am 26. November 1923. Den 75. Jahrestag ihrer Einweihung beging die Ortsgemeinde in festlichem Rahmen am 26. November 1998.

In seinem nun 80jährigen Bestehen überdauerte das Gotteshaus auch außergewöhnliche Ereignisse: Die Beschädigung durch Kriegseinwirkung gegen Ende des 2. Weltkrieges (Fensterbruch) und den Blitzeinschlag in den Glockenturm (1968). Durch Renovierung im Jahre 1994 durch die Dorfgemeinschaft erhielt die kleine Kirche ihr jetziges schmuckes Aussehen (Wilhelm Gareis).

Ihr Ansprechpartner in Schlappenreuth ist Herr Otmar Weigler, Tel. ( 0 95 42) 15 76.