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Marienkapelle in Scheßlitz

Die heutige Marienkapelle entstand auf dem Gelände der baufälligen und 1884 abgerissenen so genannten alten Stadtkapelle. Vermutlich war dies auch der Ort der ersten Scheßlitzer Kirche, was allerdings nicht bezeugt ist.

Treibende Kraft beim Bau des neuen Kirchenhauses war der damalige Stadtpfarrer Matthäus Kirchner (1826-1912), welcher auch die Grundsteinlegung am 06. Juli 1884 vornahm. Am 04. Oktober 1885 erfolgte dann die feierliche Einweihung der Marienkapelle durch den damaligen Bamberger Erzbischof Friedrich von Schreiber.

Die Kirche selbst entstand im neugotischen Stil durch die Baumeister Hartmann und Häberle. Letzterer hat unter anderem auch das alte Krankenhaus (1894) und das alte Rathaus (1900) in Scheßlitz, sowie die Kapelle in Windischletten (1901) entworfen.

Der einschiffige Sandsteinbau besitzt einen 35 Meter hohen Turm und einen nach Süden ausgerichteten Chor, welcher aus drei Seiten eines Achteckes gebildet wird. Besonders charakteristisch sind die teilweise farbig ausgestaltete Holzdecke und die Teppichmalereien an den Seitenwänden.

Die Innenausstattung der Kirche wurde mit Ausnahme des Gnadenbildes am linken Seitenaltar vollständig neu gestaltet, was nur durch großzügige Spenden aus der Bevölkerung zu finanzieren war. Dieses, entstanden um 1460, zeigt die Mutter Gottes mit dem Kind vor einem goldenen Strahlenkranz. Der neugotische Hochaltar trägt im Mittelstück eine holzgeschnitzte Pieta.

Hauptnutzer der Marienkapelle ist der Verein der Marianischen Sodalität, einer weltweit verbreiteten katholischen Vereinigung, die sich unter anderem der Pflege des öffentlichen Gottesdienstes widmet.